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Lichtmanagement mit Zolid HT+

Volle Farbkontrolle durch intelligente Wahl des Gerüstmaterials.

Di. 27. April 2021, 16:00 Uhr

Lichtmanagement mit Zolid HT+

Auf super-hochtransluzente Zirkonoxide wie Zolid FX haben wir Zahntechniker lange gewartet. Der natürliche Lichtdurchfluss ermöglicht es uns, mit nur geringer Verblendstärke eine naturnahe Ästhetik zu reproduzieren. Voraussetzung dafür ist jedoch die passende Farbe des Zahnstumpfes im Untergrund, die das Farbergebnis der endgültigen Versorgung nicht negativ beeinflussen darf. Die junge Patientin störte sich an der Verfärbung des devitalen Zahnes 11 und der nach innen geneigten Stellung der beiden mittleren Schneidezähne. Die mittlerweile verfärbten Komposit-Aufbauten an beiden Zähnen verstärkten den Wunsch der Patientin nach einer Optimierung der Optik (Abb. 2‒3). Die Behandlerin entschied sich gemeinsam mit der Patientin für eine Überkronung der Zähne 11 und 21 und eine Rekonstruktion durch vollkeramische Kronen.

Abb. 1 - Die Versorgung von Zahn 11 und 21 mit Kronen aus Ceramill HT+ und Creation CT. Abb. 1 - Die Versorgung von Zahn 11 und 21 mit Kronen aus Ceramill HT+ und Creation CT.
Abb. 2 - Ausgangssituation mit insuffizienten Komposit-Aufbauten und verfärbtem Zahn 11. Abb. 2 - Ausgangssituation mit insuffizienten Komposit-Aufbauten und verfärbtem Zahn 11.
Abb. 3 - Die Patientin wünscht sich eine prothetische Korrektur der retrudierten mittleren Schneidezähne. Abb. 3 - Die Patientin wünscht sich eine prothetische Korrektur der retrudierten mittleren Schneidezähne.

Abdeckung des dunklen Zahnstumpfes

Aufgrund des deutlich dunkleren Zahnstumpfes 11 entschieden wir uns gegen das super-hochtransluzente Zolid FX und für das etwas weniger transluzente Zolid HT+ (Abb. 4). Die Aufgabe des Gerüstmaterials würde es sein, den Einfluss des dunklen Stumpfes bei einer Wandstärke von ca. 0,5 mm so weit zu reduzieren, dass die nachfolgende Verblendschicht einen identischen Helligkeitswert realisieren und diesen auch bei unterschiedlichen Lichtquellen stabil halten kann. Die unterschiedlichen Transluzenzen sind auf Abbildung 6b dargestellt. Das Gerüst wurde in Zolid HT+ White gefräst und durch Einfärbetechnik mit Liquids vor dem Sintern auf die gewünschte Dentinfarbe eingestellt. Diese Gerüstfarbe wählen wir häufig etwa eine halbe Farbstufe heller als das Dentin der Verblendkeramik. Dadurch wird eine fein dosierte, gerade ausreichende Lichtreflexion in der Tiefe des Zahnaufbaus sichergestellt, ohne unerwünschte Vergrauung bei schwachem Licht. Lebendig wirkende Zähne mit natürlicher Transluzenz, echter Farbtiefe und verlässlichem Helligkeitswert sind unser Ziel.

Eine intakte Eckzahnführung und die diagnostizierte normale Belastung der Zähne erlaubte es uns, die Kronen nicht nur labial, sondern komplett zu verblenden. Hierzu verwendeten wir Creation CT.

Abb. 4 - Ungleiche Farbbasis: Der dunklere Zahn 11 ist devital und muss durch einen eher opaken Gerüstwerkstoff abgedeckt werden. Abb. 4 - Ungleiche Farbbasis: Der dunklere Zahn 11 ist devital und muss durch einen eher opaken Gerüstwerkstoff abgedeckt werden.

Variationen der Form

Aus purer Neugier heraus produzierten wir zwei verschiedene Kronenpaare. Durch unterschiedliche Positionierung der mesialen und distalen Leisten variierten wir die Zahnbreite der beiden Kronen-Sets und veränderten dadurch den Charakter der Zähne deutlich.

Beide Varianten wurden an zwei verschiedenen Terminen anprobiert. Beide Sets passten in das Gesicht der Patientin. Nach kleinen Änderungen wurden beide Kronenpaare fertig gestellt. Die Entscheidung, welche Variation der Kronen eingesetzt werden sollte, lag letztlich bei der Patientin. Auf den Abbildungen 7 bis 9 sieht man die optisch etwas schmaler gestaltete Variante, die sich dezent, unauffällig und dadurch sehr glaubwürdig in die Zahnreihe einfügt. Mein Favorit. Die Bildfolge 10 bis 12 zeigt die zweite Variante. Diese Zähne wirken üppiger, größer und rundlicher.

Geschmackssache

Beide Ausführungen hatte ich bei einigen meiner Kurse und Vorträge dem Fachpublikum vorgestellt, um die Meinung der Experten zu erfahren. Die Mehrheit stimmte für die grazilere erste Variante (Abb. 7‒9).

Die Patientin hingegen entschied sich ohne zu zögern und sehr selbstsicher für die zweite Variante. Die großen Zähne gefielen ihr. Dieses Kronenpaar wurde eingesetzt und beim finalen Fototermin (Abb. 13) glücklich präsentiert. Unser Ziel war es, Zahnersatz anzufertigen, der nicht nur uns und der Behandlerin gefällt, sondern auch der Patientin. Neue Zähne sollten in erster Linie den Anforderungen unserer Patienten gerecht werden. In diesem Fall ist uns das gelungen. Wir danken an dieser Stelle Dr. Julia Lorenz für die hervorragende Dokumentation, die wesentlich zu diesem gelungenen Resultat beigetragen hat.

Abb. 5 - Naturnahe schlichte Charakterisierung mit Creation CT als Vollverblendung. Abb. 5 - Naturnahe schlichte Charakterisierung mit Creation CT als Vollverblendung.
Abb. 6a - Zur Abdeckung des leicht verfärbten Stumpfes bei Zahn 11 eignet sich Ceramill HT+ mit seiner reduzierten Transluzenz sehr gut. Abb. 6a - Zur Abdeckung des leicht verfärbten Stumpfes bei Zahn 11 eignet sich Ceramill HT+ mit seiner reduzierten Transluzenz sehr gut.
Abb. 6b -Transluzenz im Vergleich ‒ von links: ZI, Zolid HT+ und Zolid FX. Abb. 6b -Transluzenz im Vergleich ‒ von links: ZI, Zolid HT+ und Zolid FX.
Abb. 7 - Variante 1: Die Kronen 11 und 21 wirken auch durch den gleichen Helligkeitswert recht unauffällig. Die geringere Transluzenz von Zolid HT+ hat erfolgreich den devitalen, verfärbten Stumpf bei 11 abgedeckt. Abb. 7 - Variante 1: Die Kronen 11 und 21 wirken auch durch den gleichen Helligkeitswert recht unauffällig. Die geringere Transluzenz von Zolid HT+ hat erfolgreich den devitalen, verfärbten Stumpf bei 11 abgedeckt.
Abb. 8 - Variante 1: Die Kronen 11 und 21 wirken auch durch den gleichen Helligkeitswert recht unauffällig. Die geringere Transluzenz von Zolid HT+ hat erfolgreich den devitalen, verfärbten Stumpf bei 11 abgedeckt. Abb. 8 - Variante 1: Die Kronen 11 und 21 wirken auch durch den gleichen Helligkeitswert recht unauffällig. Die geringere Transluzenz von Zolid HT+ hat erfolgreich den devitalen, verfärbten Stumpf bei 11 abgedeckt.
Abb. 9 - Variante 1: Die Kronen 11 und 21 wirken auch durch den gleichen Helligkeitswert recht unauffällig. Die geringere Transluzenz von Zolid HT+ hat erfolgreich den devitalen, verfärbten Stumpf bei 11 abgedeckt. Abb. 9 - Variante 1: Die Kronen 11 und 21 wirken auch durch den gleichen Helligkeitswert recht unauffällig. Die geringere Transluzenz von Zolid HT+ hat erfolgreich den devitalen, verfärbten Stumpf bei 11 abgedeckt.
Abb. 10 - Variante 2: Die Linienwinkel der Kronen sind mehr nach außen gelegt, um sie größer wirken zulassen. Abb. 10 - Variante 2: Die Linienwinkel der Kronen sind mehr nach außen gelegt, um sie größer wirken zulassen.
Abb. 11 - Variante 2: Die Linienwinkel der Kronen sind mehr nach außen gelegt, um sie größer wirken zulassen. Abb. 11 - Variante 2: Die Linienwinkel der Kronen sind mehr nach außen gelegt, um sie größer wirken zulassen.
Abb. 12 - Variante 2: Die Linienwinkel der Kronen sind mehr nach außen gelegt, um sie größer wirken zulassen. Abb. 12 - Variante 2: Die Linienwinkel der Kronen sind mehr nach außen gelegt, um sie größer wirken zulassen.
Abb. 13 - Die Patientin wählte die Variante 2 mit den größer wirkenden Kronen. Abb. 13 - Die Patientin wählte die Variante 2 mit den größer wirkenden Kronen.
Abb. 14 - Die Patientin wählte die Variante 2 mit den größer wirkenden Kronen. Abb. 14 - Die Patientin wählte die Variante 2 mit den größer wirkenden Kronen.
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