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Ein starkes Team

Enge Zusammenarbeit, optimale Präparation und die Verwendung hochästhetischer Zirkonoxid-Materialien: unser Rezept für eine erfolgreiche Behandlung.

Di. 27. April 2021, 12:00 Uhr

Ein starkes Team

Teamarbeit auf Augenhöhe ist unser gemeinsamer Weg. Nach diesem Ansatz arbeiten wir bereits seit 2003 sehr eng und äußerst erfolgreich zusammen. Neben unserem Tagesgeschäft besuchen wir auch gemeinsam Fortbildungen, um einen besseren Austausch zwischen Labor und Praxis zu gewährleisten. Auch das Thema Konfliktmanagement liegt uns am Herzen. Fehler müssen genauso kommuniziert werden wie Erfolge: immer sachlich und respektvoll. Mit dem Zirkonoxid von Amann Girrbach kamen wir erstmals im Jahr 2007 in Berührung, damals allerdings noch als Material für das Kopierfräsgerät Ceramill Multi-X. Mit dem digitalen Boom in der Dentalindustrie fanden auch die CAD/CAM-Rohlinge aus Zirkonoxid den Weg in unser Labor. Mittlerweile nutzen wir die gesamte Materialvielfalt des Zolid Portfolios, um den individuellen Anforderungen unserer Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. In den vergangen elf Jahren haben wir über 5.000 Kronen und Brücken hergestellt und eingegliedert ‒ mit einer Misserfolgsquote von unter 1 %.

Verwendung der richtigen Werkstoffe

Die Produkte aus dem Zolid DNA Portfolio lassen sich individuell anpassen und zeichnen sich durch ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Ästhetik und eine Reihe klinischer Vorteile aus. Bereits bei der Planung muss zwischen monolithischen und keramisch verblendeten Restaurationen unterschieden werden. Die neusten auf dem Markt befindlichen Zirkonoxid-Generationen können aufgrund ihrer hohen Ästhetik auch monolithisch eingesetzt werden, insbesondere im Seitenzahnbereich. Durch die guten mechanischen Eigenschaften können Wandstärken von bis zu 0,5 mm realisiert werden, was gleichzeitig eine substanzschonende Präparation ermöglicht. Die Berücksichtigung von Mindestwandstärken, Präparationsrichtlinien und das Schaffen ausreichender Platzverhältnisse durch den Behandler beeinflussen die Qualität und Funktionalität des Zahnersatzes erheblich. Im folgenden Beispiel stellen wir anhand einer dreigliedrigen Zolid FX Multilayer Brücke unser Präparationsschema vor.

Schritt für Schritt zur perfekten Präparation einer dreigliedrigen Seitenzahnbrücke

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Instrumente zur Präparation von vollkeramischen Restaurationen. Dank meiner langjährigen Erfahrung benötige ich für eine erfolgreiche Präparation mittlerweile nur noch sechs Werkzeuge.

Im ersten Schritt wurde in diesem Fall nach der Entfernung der alten Brücke der Prämolar präpariert. Zuerst wurde eine Metallmatrize eingesetzt (Abb. 1), um den Nachbarzahn zu schützen. Anschließend wurde mit einem groben Torpedo (12 mm, grün beringt) mit der Separation begonnen (Abb. 2‒3). Für die Vorpräparation verwendete ich dasselbe Werkzeug (Abb. 4). Anschließend folgte die Präparation der Kronenflucht im 45°-Winkel und die Feinpräparation der Hohlkehle mit Torpedo (12 mm, rot beringt) (Abb. 5). Für das inzisale Einkürzen eignet sich besonders der Diamant in Birnenform (1 mm, grün beringt) (Abb. 6). Hier muss darauf geachtet werden, dass ausreichend Platz für die ästhetische und funktionelle Kaufläche geschaffen wird, wenn es die Bisssituation zulässt. Anschließend erfolgte das okklusale Finish mit einem feinen Diamanten (rot beringt) und die abschließende Glättung mit der Eva-Feile (rot beringt), um scharfe Kanten an den Höckerspitzen zu vermeiden (Abb. 7‒8). Die Präparation der Molarenkrone erfolgte nach demselben Schema.

Praxistipp: Bei endständigen Pfeilern belasse ich einen okklusalen Stopp, der die Feststellung der richtigen Bisssituation erleichtert (Abb. 9). Somit präpariere ich nicht die gesamte Okklusionsfläche, sondern lasse Kontaktpunkte zur Bissfindung stehen.

Bei sehr niedrigen Stümpfen können konische Retentionsrillen sowohl bei den Prämolaren als auch bei den Molaren mit der konischen Walze präpariert werden (Abb. 10‒13). Dadurch wird die Oberfläche deutlich erhöht und die Brücke hat bereits vor der eigentlichen Zementierung einen perfekten Halt. Eine Dezementierung kann somit nahezu ausgeschlossen werden. Nach dieser Präparation wurde der Abdruck genommen und an das Labor gesendet.

Abb. 1 - Separation des Prämolaren mit Interdentalkeil/Nachbarzahnschutz. Abb. 1 - Separation des Prämolaren mit Interdentalkeil/Nachbarzahnschutz.
Abb. 2 - Separation mit grobem Torpedo (12 mm, grün beringt). Abb. 2 - Separation mit grobem Torpedo (12 mm, grün beringt).
Abb. 3 - Okklusale Ansicht nach Separation. Abb. 3 - Okklusale Ansicht nach Separation.
Abb. 4 - Vorpräparation mit 12 mm Torpedo (grün beringt). Abb. 4 - Vorpräparation mit 12 mm Torpedo (grün beringt).
Abb. 5 - Präparation der Kronenflucht 45° und Feinpräparation der Hohlkehle mit 12 mm Torpedo (rot beringt). Abb. 5 - Präparation der Kronenflucht 45° und Feinpräparation der Hohlkehle mit 12 mm Torpedo (rot beringt).
Abb. 6 - Inzisales Einkürzen mit Football (grün beringt) für optimale ästhetische Ergebnisse. Abb. 6 - Inzisales Einkürzen mit Football (grün beringt) für optimale ästhetische Ergebnisse.
Abb. 7 - Okklusales Finish mit feinem Football (rot beringt). Abb. 7 - Okklusales Finish mit feinem Football (rot beringt).
Abb. 8 - Abschließende Glättung mit Eva-Feile (rot beringt). Abb. 8 - Abschließende Glättung mit Eva-Feile (rot beringt).
Abb. 9 - Okklusaler Stopp zur Feststellung der Bisssituation. Abb. 9 - Okklusaler Stopp zur Feststellung der Bisssituation.
Abb. 10 - Vorpräparation der Seitenzahnkrone mit 12 mm Torpedo (grün beringt). Abb. 10 - Vorpräparation der Seitenzahnkrone mit 12 mm Torpedo (grün beringt).
Abb. 11 - Feinpräparation der Hohlkehle mit Torpedo 12 mm (rot beringt). Abb. 11 - Feinpräparation der Hohlkehle mit Torpedo 12 mm (rot beringt).
Abb. 12 - Präparation der Kronenflucht 45°. Abb. 12 - Präparation der Kronenflucht 45°.
Abb. 13 - Anlegen der Retentionsrille mit konischer Walze (rot beringt). Abb. 13 - Anlegen der Retentionsrille mit konischer Walze (rot beringt).

Design und Veredelung der Restauration aus Zolid FX Multilayer im Dentallabor

Zunächst erstellten wir nach der Abdrucknahme im Labor das Sägeschnittmodell, auf dem die Retentionsrillen bereits deutlich zu erkennen sind (Abb. 14‒15). Für die Versorgung der Präparation im Seitenzahngebiet fiel die Wahl auf eine dreigliedrige Brücke aus monolithischem Zirkonoxid. Um ein Maximum an Ästhetik zu gewährleisten, verwendeten wir für diesen Fall das super-hochtransluzente Zolid FX Multilayer in der Farbe A2/A3. Durch die hohe Transluzenz des Materials und den Einsatz im Seitenzahnbereich konnten wir auf eine Verblendung verzichten. Die Festigkeit von 700 MPa schafft zudem Sicherheit, insbesondere im Vergleich zu anderen Glaskeramiken.

Nach der Konstruktion der Brücke mittels CAD-Software, dem Fräsen im HD-Modus und der Sinterung über Nacht wurde die Brücke ausgearbeitet, bevor die okklusalen Kontaktpunkte vorpoliert wurden. Dank der hohen Präzision der Ceramill Motion 2 wurden die Retentionsrillen exakt und sehr detailliert gefräst (Abb. 16‒17).

Anschließend erfolgten der Malfarbenbrand und ein weiterer Brand mit Glasurmasse. Durch die Voreinfärbung des Materials inklusive Farbverlauf war ein einfacher Malfarbenbrand völlig ausreichend, um letzte Akzente zu setzen (Abb. 18). Nach dem Glanzbrand wurden die Kontaktpunkte im Artikulator überprüft, zum Teil nochmals gummiert und final poliert. So entstand im Kontaktbereich zum Gegenkiefer eine polierte, glatte Fläche – eine Lösung, die die Antagonisten schont!

Durch die präparierten Retentionsrillen hatte die Brücke bereits bei der Einzelpassung einen perfekten Halt (Abb. 19‒20), sowohl auf dem Molar als auch auf dem Prämolar. Dies bietet auch deutliche Vorteile bei der späteren Zementierung der Brücke und lässt den Behandler sofort die richtige Position finden.

Abb. 14 - Konische Retentionsrillen auf den Stümpfen des Sägeschnittmodells. Abb. 14 - Konische Retentionsrillen auf den Stümpfen des Sägeschnittmodells.
Abb. 15 - Konische Retentionsrillen auf den Stümpfen des Sägeschnittmodells. Abb. 15 - Konische Retentionsrillen auf den Stümpfen des Sägeschnittmodells.
Abb. 16 - : Exakt gefräste Retentionsrillen vor und nach dem Sinterprozess. Abb. 16 - : Exakt gefräste Retentionsrillen vor und nach dem Sinterprozess.
Abb. 17 - : Exakt gefräste Retentionsrillen vor und nach dem Sinterprozess. Abb. 17 - : Exakt gefräste Retentionsrillen vor und nach dem Sinterprozess.
Abb. 18 - Restauration nach dem Glanzbrand. Abb. 18 - Restauration nach dem Glanzbrand.
Abb. 19 - Perfekter Halt dank Retentionsrillen bereits bei der Einzelpassung. Abb. 19 - Perfekter Halt dank Retentionsrillen bereits bei der Einzelpassung.
Abb. 20 - Perfekter Halt dank Retentionsrillen bereits bei der Einzelpassung. Abb. 20 - Perfekter Halt dank Retentionsrillen bereits bei der Einzelpassung.

Die Auswahl des richtigen Befestigungsmaterials ist entscheidend

Ich verwende in solchen Fällen den selbsthärtenden Glasionomerzement „Vivaglass CEM“ von Ivoclar Vivadent, ein transluzentes, konventionelles Befestigungsmaterial. Durch die einfache Handhabung mit unkomplizierter Überschussentfernung vereint dieses Material hochästhetische Ergebnisse mit maximaler Effizienz. Nach dem Einsetzen wurde überschüssiges Zement sorgfältig entfernt und anschließend die Okklusion überprüft.

Glänzende Oberflächen mit dem 2-Stufen-Poliersystem

Da wir unser Modell-Management durch die Integration eines Okklusionsprotokolls verfeinert haben, müssen nur sehr selten mit feinen Diamanten Schleifkorrekturen in der Okklusion vorgenommen werden (Abb. 21‒22). Meist ist es ausreichend, einzelne Kontaktpunkte mit abrasiven und danach mit feinen diamantierten Polierern des zweistufigen Poliersystems nachzuarbeiten (Abb. 23‒26). Das Zolid Polishing Dent Kit bietet alle Werkzeuge, die ich dafür benötige.

Die Brücke schmiegt sich farblich sehr schön in die Patientensituation ein. Die Aufnahme wurde direkt nach dem Einsetzen gemacht, als sich die Gingiva noch nicht vollständig regeneriert hatte (Abb. 27). Solche Ergebnisse lassen sich nur mit einer guten Präparation, der direkten Abstimmung mit dem Labor und guter Technik unter Verwendung hochästhetischer Zirkonoxid-Materialien erzielen.

Abb. 21 - Für kleine Korrekturen wird der Diamant oder der Schleifkörper verwendet. Abb. 21 - Für kleine Korrekturen wird der Diamant oder der Schleifkörper verwendet.
Abb. 22 - Für kleine Korrekturen wird der Diamant oder der Schleifkörper verwendet. Abb. 22 - Für kleine Korrekturen wird der Diamant oder der Schleifkörper verwendet.
Abb. 23 - Im ersten Schritt werden die Oberflächen mit unterschiedlicher Polierköpfen (z. B. „Swivel“) glatt poliert. Abb. 23 - Im ersten Schritt werden die Oberflächen mit unterschiedlicher Polierköpfen (z. B. „Swivel“) glatt poliert.
Abb. 24 - Für die erste Politur kann auch der Polierkopf „Flame“ verwendet werden. Abb. 24 - Für die erste Politur kann auch der Polierkopf „Flame“ verwendet werden.
Abb. 25 - Im zweiten Schritt folgt die Hochglanzpolitur der Oberflächen für eine die Antagonisten schonende Oberfläche. Abb. 25 - Im zweiten Schritt folgt die Hochglanzpolitur der Oberflächen für eine die Antagonisten schonende Oberfläche.
Abb. 26 - Im zweiten Schritt folgt die Hochglanzpolitur der Oberflächen für eine die Antagonisten schonende Oberfläche. Abb. 26 - Im zweiten Schritt folgt die Hochglanzpolitur der Oberflächen für eine die Antagonisten schonende Oberfläche.
Abb. 27 - Die finale Brücke schmiegt sich harmonisch in die Patientensituation ein. Abb. 27 - Die finale Brücke schmiegt sich harmonisch in die Patientensituation ein.
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