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Der Natur nahe bleiben

Gerüstdesign mit natürlichen Anatomien für monolithische Vollbogenrestaurationen unter Verwendung von Zolid HT+.

Do. 16. Dezember 2021, 0:00 Uhr

Der Natur nahe bleiben

Neue Wege beschreiten
Zweifelsohne haben CAD/CAM-Verfahren die Denk- und Arbeitsweise von Zahntechnikern verändert, denn diese Werkzeuge geben uns nicht nur mehr Kontrolle über unsere Arbeit, sondern helfen uns auch, über den Tellerrand zu schauen.

Heute ist es für den Techniker nicht mehr überraschend, dass er in der täglichen Praxis monolithisches Zirkonoxid für Kronen und Brücken wählt. Die Entwicklung neuer Materialien schreitet rasant voran und bietet transluzentere und widerstandsfähigere Materialien, die die Indikationsbereiche exponentiell wachsen lassen. Es ist unsere Verantwortung, die Vorteile dieser Werkzeuge nicht nur zur Verbesserung unserer Arbeit zu nutzen, sondern uns auch der Natur anzunähern.


Natürliche Form und Textur erreichen
In jedem Labor findet man unzählige natürliche Vorbilder aus früheren Arbeiten. Das kann ein Antagonist, eine Studie oder ein Arbeitsmodell sein, von dem wir die natürlichen Anatomien einfach kopieren können.

Nach dem Digitalisieren des Arbeitsmodells, in diesem Fall ein Unterkiefer mit fünf Implantaten, wählen wir aus unserer gescannten "Modellbibliothek" (Antagonisten, Studien- oder Arbeitsmodelle aus früheren Fällen) ein Prototypmodell aus, das besser zum Fall passt. Im Expertenmodus importieren wir das ausgewählte Modell als "Pre-OP-Modell". Natürlich ist es schwierig, ein natürliches Modell zu finden, das sich perfekt an die aktuelle Situation anpasst. Glücklicherweise bietet die Ceramill Mind Design Software die Möglichkeit, im Fenster "Mesh hinzufügen/entfernen" die Größenänderung zuzulassen (Abb. 1), um diese Aufgabe zu erledigen.

Das Mesh des Prototypmodells wird beschnitten, um die Anpassung der "benutzerdefinierten" oder vorgeladenen Anatomien zu verbessern. Nachdem die Anatomien mit dem "Adapt to Pre-Op Model"-Werkzeug kopiert wurden (Abb. 2), können wir die Feinabstimmung der Position in Verbindung mit dem Modell und der Okklusion vornehmen.

Nachdem wir die endgültige Positionierung des Zahns erreicht haben, fahren wir mit der Fertigstellung der gingivalen Komponente. Dazu importieren wir wieder das Prototypmodell, um die Gingiva natürlich zu gestalten. Dieser Teil muss mit dem "Free Form"-Werkzeug und dem Prototypennetz durchgeführt werden, um ein natürliches Aussehen zu erhalten (Abb. 3).

Nach Fertigstellung der Gingivakomponente ist es sinnvoll, einen Testausdruck der Rehabilitation anzufertigen, um die Funktion und Ästhetik im Mund des Patienten zu überprüfen.


Die perfekte rot-weiße Ästhetik
Sobald die klinische Bestätigung des Prototyps abgeschlossen ist, können wir mit den endgültigen Anpassungen der Restauration beginnen. Bei dieser Art von Restauration bevorzuge ich es, den Zahn monolithisch zu gestalten und den Gingivaanteil zu verblenden. Zu diesem Zweck reduzieren wir den Gingivaanteil (Abb. 4). Auch hier haben wir den Prototyp, um eine natürlichere Gestaltung unserer Gingivastruktur zu gewährleisten, und wir haben ein natürliches Modell, das als Referenz für das endgültige anatomische Aussehen der verblendeten Gingiva dient.


Endgültige Ergebnisse
Um diese Art des Workflows anwenden zu können, ist ein System erforderlich, das die CAD-Konstruktion mit dem endgültigen Fräsergebnis (CAD-Konstruktion / CAM-Berechnung / CNC-Prozess (Abb. 5+6)) perfekt abgleicht. Daher sind die Nachbearbeitung und die endgültigen Anpassungen im grünen Zustand minimal, nur Details zur Erhaltung der natürlichen Anatomie (Abb. 7) des natürlichen Prototyps sind notwendig.

Die HD (High Definition)-Bearbeitung ist genau die richtige Strategie für diese Art der Restaurierung. Die 5-Achs-Strategien sorgen für gleichbleibende Ergebnisse bei minimaler Nachbearbeitung. Nach dem Fräsen ist das Einfärben von Zolid HT+ White mit Ceramill Liquids "New Formula" ein einfacher Prozess und ermöglicht ästhetische Ergebnisse in wenigen Minuten (Abb. 8).


Fazit
Ich erinnere mich noch jedes Mal, wenn ich vor dieser Art von Restauration stand - und wie viel Zeit ich brauchte, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen. Die CAD/CAM-Technologie hat dem Zahntechniker nicht nur die Möglichkeit gegeben, qualitativ hochwertige Arbeiten in kurzer Zeit auszuführen, sondern eröffnet auch unendliche Möglichkeiten.

Der Zahntechniker muss sich bewusst sein, dass es keinen besseren Meister als die Natur gibt. Heute haben wir die Werkzeuge und die schönen Materialien, um dies zu erreichen.

Abb.1: Prototyp des Netzes, getrimmt und an das Arbeitsmodell angepasst Abb.1: Prototyp des Netzes, getrimmt und an das Arbeitsmodell angepasst
Abb.2: Abb.2: "Benutzerdefinierte" Anatomien, bereit zur Anpassung.
Abb.3: Vergleich zwischen dem fertigen Entwurf und dem Prototypmodell. Abb.3: Vergleich zwischen dem fertigen Entwurf und dem Prototypmodell.
Abb.4: Reduzierter Zahnfleischanteil für den Verblendungsprozess. Abb.4: Reduzierter Zahnfleischanteil für den Verblendungsprozess.
Abb.5: Nahtlose Integration zwischen allen Komponenten (CAD-Konstruktion / CAM-Berechnung / CNC-Prozess / Materialnachbearbeitung). Abb.5: Nahtlose Integration zwischen allen Komponenten (CAD-Konstruktion / CAM-Berechnung / CNC-Prozess / Materialnachbearbeitung).
Abb.6: Nahtlose Integration aller Komponenten (CAD-Konstruktion / CAM-Berechnung / CNC-Prozess / Materialnachbearbeitung). Abb.6: Nahtlose Integration aller Komponenten (CAD-Konstruktion / CAM-Berechnung / CNC-Prozess / Materialnachbearbeitung).
Abb.7: Natürliche Anatomie im Seitenzahnbereich Abb.7: Natürliche Anatomie im Seitenzahnbereich
Abb.8: Anatomien nach dem Sinterprozess und Einfärbung mit Ceramill Liquids Abb.8: Anatomien nach dem Sinterprozess und Einfärbung mit Ceramill Liquids "New Formula". Das HD-Fräsen hilft, natürliche Formen und Texturen mit geringer Nachbearbeitung im Grünzustand zu erreichen.
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