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Chancen im Wandel zur Digitalisierung

Interview mit dem scheidenden und zukünftigen Leiter der Trainingsabteilung bei Amann Girrbach in Pforzheim. Wachstum braucht Veränderung, Veränderung braucht Mut. Stetige Weiterentwicklung und Weiterbildung ist eine der wichtigsten Prioritäten bei Amann Girrbach in einer Dentalindustrie, die sich angesichts der sich rasch entwickelnden Digitalisierung laufend verändert und wächst. Dietmar Schaan ist Leiter der Trainingsabteilung bei Amann Girrbach in Pforzheim. Viele Jahre hat er das Trainingswesen gemeinsam mit seinem Team auf- und ausgebaut. Nun ist es Zeit für Veränderung und den verdienten Ruhestand. Was das für Amann Girrbach und das Trainer-Team bedeutet, erfahren Sie in diesem Interview.

Mi. 3. August 2022, 0:00 Uhr

Chancen im Wandel zur Digitalisierung

Dietmar, wie bist Du zu Amann Girrbach gekommen? Schaan: Es war eher ein Zufall, der mich zu Girrbach gebracht hat. Als frischgebackener ZTM durfte ich als Abteilungsleiter der Zahntechnik bei Karl Girrbach einsteigen und miterleben, wie aus Girrbach die heute wohl bedeutendste Dentalfirma Amann Girrbach wurde. Als ZT mit 26 Berufsjahren im Dentallabor fand ich ganz neue Herausforderungen in der dentalen Welt. Bei Neuentwicklungen dabei zu sein, als Trainer oder Ausbilder Wissenstransfer zu leisten war für mich ganz neu, und eine ungewöhnliche Aufgabe. Aber jeder Tag in meinem Arbeitsleben hat sich gelohnt. Ich bin heute immer noch gerne Teil der großen Amann Girrbach Familie. Was hat sich seit Deinem Einstieg verändert? Schaan: Wenn etwas bei Amann Girrbach Beständigkeit hat, dann ist es die Veränderung. Ich habe den kompletten Wandel von der anlogen Arbeit hin zu den digitalen zahntechnischen Arbeitsabläufen durchlebt. Und ich bin froh dabei gewesen zu sein. Für mich gibt es keinen Grund mehr den Schritt zurück in die analogen Verfahren zu gehen. In der digitalen Welt geht ohne Veränderung nichts vorwärts. Wer sich darauf einlässt verbucht für sich den Erfolg schlechthin. Welches waren deine größten Erfolge bei Amann Girrbach? Schaan: Als ZTM vom Labor kommend war es anfänglich eine Herausforderung im Export tätig zu sein. Doch mit den Jahren und den Reisen in alle Kontinente konnte ich mein Wissen vielen hochinteressierten Kollegen/innen weitergeben. Dass ich mir international einen guten Ruf erarbeitet habe, macht mich schon ein wenig stolz. War zu früheren Zeiten im Praxisalltag „die Funktion“ ein Fremdwort für mich, so habe ich gelernt wie ungemein wichtig der Austausch im Team zwischen Zahnarzt und Zahntechniker ist, um erfolgreich für den Patienten zu arbeiten. Hierin sehe ich auch einen Erfolg meiner Arbeit, nämlich den Dialog mit Zahnärzten zusammen mit den Zahntechnikern anzustoßen. Gab es auch Rückschläge? Schaan: In den 20 Jahren bei Amann Girrbach gab es für mich keine Rückschläge. Es waren eher die kurzen Stopps in der Entwicklung, die mich manchmal ausgebremst haben. Aber mit der Erfahrung bekommt man auch mehr Geduld mit sich und seinem Umfeld - so findet sich immer ein Weg, der in Richtung Fortschritt zeigt. Persönlich als auch beruflich musste ich im letzten Jahr den Verlust des Kollegen und Freundes Thomas Gienger verkraften. Er war über Jahre hinweg für mich der Begleiter im digitalen Werdegang. Er hat für mich eine riesige Lücke hinterlassen. Und trotzdem, ein Jahr später fühlt es sich an, als ob wir gestärkt aus dem Verlust hervor gegangen sind. Sein Vermächtnis ist unser Ansporn, immer nach vorne zu schauen. Was ist Dein größter Wunsch für die digitale Fertigung von Zahnersatz? Schaan: Hat anfänglich die Digitalisierung Ängste hervorgerufen, wir Zahntechniker würden irgendwann aussterben, zeigt sich mir heute ganz deutlich, wir brauchen gut ausgebildete Zahntechniker um die komplexen Verfahren zu beherrschen. Es ist mein größter Wunsch, dass sich zukünftig viel junge Menschen zum Zahntechniker ausbilden lassen, um in einem tollen Beruf erfolgreich an den Chancen von innovativen Technologien mitzuarbeiten. Was wird sich in Zukunft ändern? Schaan: (schmunzelt) Zunächst werde ich einmal mehr Zeit für meine Frau und meine Enkel haben. Meine Frau kam sicherlich an einigen Stellen, an denen ich im Ausland tätig war, zu kurz und auch ihr gilt ein ganz großer Dank. Denn ohne den sicheren Rückhalt wäre so manches nicht möglich gewesen. Und ich bin froh darüber, dass wir in Christian Lang einen Kollegen gefunden haben, mit dem ich meinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft gestalten kann und ein gutes Gefühl dabei habe, dass er das Fundament, welches ich mit den anderen Trainern über die letzten Jahre aufgebaut habe, in meinem Sinne, im Sinne des Teams und der Firma weiterführen wird. Christian, wie kam es dazu, dass Du die Herausforderung angenommen hast, in Dietmars Fußstapfen zu treten? Lang: Vielleicht war es ein glücklicher Zufall. Vielleicht war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Auf jeden Fall haben sich die Puzzleteile der vergangenen Jahre zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. 1991 habe ich meine Ausbildung zum Zahntechniker begonnen. 1995 begannen meine Wanderjahre durch verschiedene Labore im Ruhrgebiet und in Niedersachsen. Von 2000 bis 2002 besuchte ich die Meisterschule in Münster, um mich 2011 in Hürth bei Köln selbständig zu machen. Dort eröffnete ich mein Speziallabor für festsitzenden vollkeramischen Zahnersatz mit eigenem Schulungslabor. Damit begann meine Zeit als Referent für verschiedene Dentalunternehmen. Um mich als Unternehmer mit Personalverantwortung weiterzuentwickeln und meinen Kursen mehr didaktische Tiefe zu verleihen, absolvierte ich Ausbildungen zum systemischen Coach, Kommunikationstrainer und im Bereich des agilen Projektmanagements. All diese beruflichen Stationen und gesammelten Erfahrungen fließen nun in meine neuen Aufgaben als Head of Trainings Germany bei Amann Girrbach ein. Was begeistert Dich am Unternehmen Amann Girrbach? Lang: Der Spirit! Ich kannte Amann Girrbach bisher nur von außen als Kunde oder Kursteilnehmer. Dabei bekommt man ein Gefühl für ein Unternehmen. Das war für mich immer positiv. Und ich kann sagen, dass die Außenwirkung mit dem Innenleben des Unternehmens übereinstimmt. Ich habe nette Kollegen kennenlernen dürfen, ein tolles Trainerteam übernommen und Menschen getroffen, die für das was sie tun brennen. Diese Begeisterung steckt einfach an. Die Arbeit macht Spaß und die Projekte bekommen eine ganz eigene Dynamik. Sie dürfen also gespannt sein, welche Neuigkeiten es auch im Trainingsbereich von Amann Girrbach geben wird. Wie erfahren wir von diesen Neuigkeiten? Lang: Ich bin aktuell mit unserer „We are one tour“ in Deutschland unterwegs und halte dort einen Vortrag über unser Portal AG.Live und Ceramill DRS (Direct Restoration Solution) und natürlich über den Newsletter von Amann Girrbach. Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen? Lang: Dietmar Schaan hat es schon angesprochen. Er hat die digitale Trainingsplattform AG.Academy aus der Taufe gehoben. Nun gilt es, diese Idee in die Tat umzusetzen. Das beginnt mit der Gestaltung der Trainingslandschaft und die Organisation einer zeitgemäßen Vermittlung der Inhalte. Wir revolutionieren unsere Trainingslandschaft auf nationaler und gemeinsam mit den Kollegen in Koblach auf internationaler Ebene. Das wird groß und da freue ich mich sehr darauf!

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